Sonntag, 15. Juli 2012

12.07. / 13.07. Tage des Donners

Die dreistündige Fahrt vom Monument Valley zum Grand Canyon National Park war von bemerkenswerter Langweiligkeit. Kaum Fotomotive, plattes Land, armselige Indianerhütten (wir sind im Gebiet der Navajo und Hopi Nation). Interessant wurde es erst wieder wenige Meilen vor dem Grand Canyon National Park, also zum Colorado-Plateau hinauf. Wir kamen über den 'Hintereingang', also von Osten in den Park hinein und fuhren daher fast den kompletten südlichen Rand (South Rim) entlang auf unserem Weg zum Campingplatz beim zentralen Gand Canyon Village. Leider war schon von weitem erkennbar, dass sich der Himmel mit Gewitterwolken zuzog und bei der Ankunft am ersten Viewpoit war es dann tatsächlich wolkig, was den Farbeeindruck der Gesteinsschichten doch deutlich minderte:



 Einzelne Gewitter waren nun schon in drei verschiedenen Richtungen sichtbar. Zumindest blieb es bei uns bisher trocken. Wir sind dann erst mal zügig zum Zeltplatz (Hinweis: Feuergefahr extrem, KEINE Feuer, KEINE Kohle, KEINE Kerze). Das hieß also heute Abend Premiere für das Billigkochgeschirr vom Walmart.
Nach einem kurzen Besuch am Visitor Center (Fahrräder reserieren für morgen) hatten wir auf dem Rückweg (2 Meilen) wieder eine neue Begegnung mit der hiesigen Fauna:



So geht es übrigens beim Zeltaufbau zu. Ein eingespieltes vierköpfiges Team braucht komplett mit Aufblasen der Matratzen (über die 12-V-Steckdose am Auto) etwa 15 Minuten:







Nach dem Zeltaufbau brutzelzen wir uns vorgeformte Hackfleischstücke (patties) und bauten daraus etwas eigenwillige Hamburger-Kreationen.


Durch die eine Stunde Zeitverschiebung zwischen Utah und Arizone (die machen bei der Sommerzeit nicht mit) wurde es dann überraschend schnell dunkel. so dass wir den Tag für beendet erklärten. Der Sonnenuntergangs-Spaziergang zum Rim fiel mangels Sonne aus. Nachts hatten wir dann sogar einen kleinen Schauer (war wohl der Rand eines der Gewitter), am nächsten Morgen dann aber wunderbares Wetter.
Es ging zügig los. Wir hatten uns Fahrräder für eine Fahrt zu Hermits Rest, dem östlichen Abschnitt des South Rim, gemietet: Dorthin dürfen nur die allgegenwärtigen Shuttle-Busse und natürlich Fahrräder. Die Strecke hatte es ganz schön in sich. Obwohl sie doch eigentlich nur den Rand entlangführt waren eingige heftige Steigungen in beide Richtungen zu bewältigen. Nach fast vier Stunden waren wir wieder erfolgreich und völlig fertig an der Vermietstation.



Das tolle Wetter hatte sich schon wieder mit heftigen Gewitterwolken zugezogen und unsere Mittagspause (oder nennt man das Erschöpfungsschlaf) wurde durch leichtes Wassertrommeln auf der Zeltplane unterstützt.
Mit Ende der Pause wurde es wieder trocken. Wir fuhren zum wenige Kilometer entfernten Park-Eingangsort Tusayan, schauten uns den sehenswerten Grand-Canyon-Film im dortigen IMAX-Kino an und kauften fürs Abendessen ein. Grillen war inzwischen wieder erlaubt (Feuergefahr 'high' statt 'extreme'), da die Wetterlage aber recht wackelig wirkte, gab's ein gekauftes warmes Hühnchen und vier Bratwürstchen, die ruckzuck in der Pfanne fertig wurden. Gegessen haben wir im Mittelteil unseres Zeltes, da in Zehnminuten-Abständen immer wieder Tröpfchen das Draußensitzen vermiesten. Es regnet kaum wirklich, ist aber eben auch nicht trocken. Das geht bis jetzt (21:00 Uhr) so weiter, darum bleibt genug Zeit, diesen etwas längeren Text zu schreiben und die Fotos zu überspielen (von der Karte des Fotoapparats auf das kleine Netbook, zweitens auf eine kleine tragbare 400-GB-Festplatte und noch mal drittens auf einen 64GB-USB-Stick - das kann nicht alles gleichzeitig kaputtgehen (höchstens gestohlen werden).

2 Kommentare:

  1. Sagen Sie mal, Dr. G, ich sehe beim Zeltaufbau nur 4 Personen - wo ist die Vierte aus dem Team?? (Fotograf als Ausrede gilt nicht!) :-)

    Zum Trost: hier regnet es auch immer mal - wohl aber ein bisschen mehr als dort. Das ganze bei seeehr bescheidenen Temperaturen, heute gerade mal 19 ° (zur Erinnerung: wir haben Sommer). Nix mit draussen sitzen auf dem Balkon, Grillen oder schwimmen gehen...Also, tapfer ein paar Tropfen ertragen und Land genieeeeßen.

    Liebe Grüße
    KOt

    AntwortenLöschen
  2. Ach so, vergessen:

    Ich hatte den Burger für Kermit den Frosch gehalten...die Nachbildung ist täuschend echt. :-))

    AntwortenLöschen